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... - Gelerntes sichern und bilanzieren

Kategorie: Orientierungsmodell Lern- und Förderkreis
Worum es hier grundsätzlich geht:

Individuelle Lernergebnisse.
Anwendung des Gelernten — Transfer.
PräsentationRückmeldung.

 

Beim Konstruieren des Lern- und Förderkreises ist mir bereits aufgefallen, wie stiefmütterlich diese Phase in der Regel behandelt wird – wenn sie überhaupt einen Platz findet und nicht ganz wegfällt (aus zeitlichen Gründen, wegen Stofffülle, weil ich Lehrperson je vorwärtsmachen muss mit dem vorgegebenen Stoff …).

Im Verlauf meiner Lehrtätigkeit (auch in der LehrerInnenfortbildung) ist mir diese Phase immer wichtiger geworden. Die Gestaltung fordert meine Kreativität, was mich besonders reizt. Voraussetzung für das Leben dieser Phase ist das Denken, Planen und Umsetzen von grossen Lerneinheiten (mehrere Wochen zu mehreren Stunden pro Woche). Sind die Einheiten zu kurz, fallen meistens „Orientierung“ und/oder „Sicherung“ weg.

Gelerntes = Lernergebnisse

Die Krux an diesem Thema ist, dass Lehrpersonen (traditionell) meinen, Lernen sei eine Folge von Unterricht oder anders gesagt, sie könnten bestimmen, was Schülerinnen wirklich lernen.
Eine zweites von Tradition geprägtes Problem ist der Umgang der Lehrpersonen mit Schülerarbeiten, diese zu korrigieren, anstatt sie zu analysieren und ein Feedback zu geben, das den nächsten Lernschritt aufzeigt. Die Suche nach „richtig“ und „falsch“ ist eine Sackgasse.
Die Hauptüberlegung eines Kollegiums in der Unterrichtsentwicklung müsste sein:

  • Wie kommen wir an die wirklichen Lernergebnisse der einzelnen Schülerinnen heran?
  • Wie könnte „Visible Learning“ bei mir funktionieren?
  • Wie komme ich zu einem Umgang mit Lernergebnissen, der lernförderlich ist, der in eine elaborierte Rückmeldung mündet, die nicht Zustände beschreibt, sondern Lernperspektiven liefert?

Es geht also nicht in erster Linie darum, Formen von Lernergebnissen zu beschreiben, sondern

  • den Blick der Lehrpersonen auf „Lernen“ zu lenken,
  • dabei nicht nur Inhaltliches zu beachten, sondern auch den Prozess, der zum Ergebnis geführt hat (oder anders gesagt: Prozess und Sache als Ergebnis zu berücksichtigen),
  • den Dialog zwischen Schülerinnen und Lehrperson und zwischen den Peers zu verstärken (vor allem auch den schriftlichen Dialog!),
  • sich mit „Rückmeldung geben“ auseinanderzusetzen, nicht nur in der Theorie, sondern in der individuellen Praxis jeder Lehrperson.

Das geht alles nicht, ohne veränderte „Heftführung“, das heisst Journalarbeit (als Teil von Portfolioarbeit) ist Pflicht!

Anwenden des Gelernten

 Wenn ich mit meinen Anforderungen an die Lernenden nicht nur die „Reproduktion“ oder „Reorganisation“ erreichen will, sondern auch „Transfer“, der Verstehen voraussetzt, braucht es Anwendungssituationen. Sie bieten Gelegenheit, erworbene Wissensteile mit trainierten Fertigkeiten zu Kompetenzen zusammenzufügen und sich damit auszuprobieren. Dafür braucht es neue Aufträge,

  • Aufträge, welche fordern, die Sache in einer neuen, oft ganzheitlichen Perspektive zu betrachten und darzustellen,
  • Aufträge, die Anwendung von Wissen und Können in neuem Kontext ermöglichen,
  • Aufträge, die den Gang in eine grössere Öffentlichkeit verlangen, als sie die Lerngruppe anbietet.

Bei der Arbeit daran werden die Lernenden bald einmal konfrontiert mit Lernlücken, die sie nun individuell gezielt bearbeiten können.

Präsentieren der persönlichen Lernergebnisse und der Lernbilanz

Die vorhandenen Lernergebnisse können hier neu geordnet werden. Sie laden ein zu Reflexionen, zu den Erfahrungen mit sich selbst im Gestalten des Lernprozesses, zum Einschätzen der Zufriedenheit mit dem Erreichten. Diese Reflexionen können mit Peers ausgetauscht und so angereichert werden.

Eine Auswahl der Lernergebnisse, der Gedanken aus den Reflexionen, die Einschätzungen zum Lern- und Leistungsstand, auch zum Lernfortschritt bilden die Hauptinhalte einer Portfoliopräsentation. Lehrpersonen und Peers geben anschliessend schriftlich auf Kriterien bezogene Rückmeldung zuhanden der Präsentierenden.

Alle diese Aktivitäten finden vor einer durch die Lehrperson veranstaltete Leistungsüberprüfung statt, die in unserem auf Selektion erpichten Schulsystem dann auch noch in eine Bewertung münden kann.

 

Gelerntes sichern und bilanzieren

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Ergebnissicherung

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