Der Lern- und Förderkreis im Überblick
Der „Lern- und Förderkreis“ beschreibt nicht etwa die lineare Abfolge einer Unterrichtseinheit, beginnend bei der Initiierung und endend bei der Bilanzierung des Lernens. Der „Lern- und Förderkreis“ versteht sich viel mehr als ein Instrument, mit dessen Hilfe unterschiedlichste Situationen innerhalb von Lernen und Lehren aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet werden können. Dieses Modell hilft mir (Lehrperson), mich innerhalb komplexer Prozesse orientieren zu können und meinen Schülerinnen Orientierung geben zu können, indem ich diese Prozesse verstehe und beschreibbar mache. Ich kann Sachverhalte und Situationen jetzt beurteilen, um Lernende auf diese Weise spezifisch fördern oder meine Entscheide anpassen zu können.
Der Lern- und Förderkreis ist ein auf den ersten Blick einfältiges Modell, das ich situationsbezogen vielfältig einsetzen kann und das mir hilft, komplexe Dynamiken beschreibbar zu machen.
Der Lern- und Förderkreis fügt sich zusammen aus Stationen, die wie Kristallisationspunkte eines dynamischen Geschehens wirken.
Prinzipien hinter dem Lern- und Förderkreis
Es ist klar, dass sich in der geschilderten Idee des „Lern- und Förderkreises“ meine „Glaubenssätze“ zeigen. Ich will sie hier kurz darstellen:
- „Unterrichten heisst fördern!“
Hauptaufgabe von Lehrenden ist das Befördern der Lern- und Entwicklungsprozesse der Lernenden. Fördern ist also kein sonderpädagogischer, sondern ein allgemeinpädagogischer Auftrag. - „Lernen und Leisten gehorchen unterschiedlichen ‚Gesetzen‘ und sind deshalb voneinander zu trennen!“
Im Lern- und Förderkreis gehört der Hauptanteil an Zeit und Energie dem Lernen; dabei wird auf jegliche Bewertungen verzichtet. Leistungsüberprüfung und Bewertung finden ihren Platz erst ganz am Schluss der Einheit. - „Es gilt das Dialogische Prinzip!“
Aufgaben- und Rollengestaltung und Rollenteilung sind ständige Themen in der Beziehungsgestaltung zwischen Lehrenden und Lernenden. Selbstbilder und Fremdbilder werden ausgetauscht. Rückmeldung gehört also dazu. Dialogisches Lernen findet statt. - „Lernen ist dokumentiert!“
Lernende dokumentieren ihr Lernen und Leisten durch die Arbeit mit Journal und Portfolio. Lehrende dokumentieren ihre formativen und summativen Beurteilungen der Lernenden mit einem geeigneten Instrumentarium.
Was ich mit dem Lern- und Förderkreis alles machen kann
Ich kann damit
- mein eigenes Handeln als Lehrender gezielt gestalten (d. h. meinen Unterricht vorbereiten);
- das Handeln der Lernenden dazu in Bezug setzen und diese zu Metakognition und Metakommunikation anregen;
- mein eigenes Handeln reflektieren, rekonstruieren und so Orientierung im aktuellen Prozess finden;
- die Aufgaben- und Rollenteilung zwischen Lehrenden und Lernenden (auch auf die individuellen Voraussetzungen bezogen) beschreiben;
- Entwicklungen in der Schul- und Unterrichtsentwicklung beschreiben.
- Lern- und Förderkreis